Was wir wollen

Wollen wir nicht alle 
nur uns selbst sehen
ohne an andren zu vergehen 
um Ruhe zu finden 
in uns selbst? 

Doch was wollen wir
wenn das andre uns erfüllt 
und uns Liebe zeigt
durch die wir wachsen
zu uns selbst?

Vielleicht wollen wir beides
Vielleicht wollen wir keines

- theereesii

4 Kommentare

  1. Ein paar sehr nachdenklich Verse!

    Allerdings wäre ich mir, was die erste Strophe anlangt, nicht so ganz sicher, ob die Leute wirklich in sich selbst Ruhe finden wollen? Ich meine, scheint es nicht so zu sein, daß die Umtriebigkeit im heutigen Leben einer Flucht vor der Ruhe – in sich selbst wie auch woanders – gleicht?

    Nicht ohne Grund gibt es heute Mottos wie YOLO (You Only Live Ones), nach denen nicht wenige ihre Lebensgestaltung auszurichten scheinen.

    Die zweite Strophe resoniert eher bei mir, spricht sie doch einen menschlichen Zug an, den auch ich bei den Leuten in meiner Umwelt beobachte: die Überforderung durch die Liebe!

    Die Schlußverse wiederum sind ausgzeichneter Ausdruck der Unentschiedenheit und Orientierungslosigkeit der Heutigen. Chapeau!

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    1. Danke für die tollen Anregungen!
      Ja, vielleicht suchen nicht alle Ruhe in sich selbst, aber vielleicht überspielen wir mit dem stetigen Streben nach vermeintlichen Glücksmomenten und Erlebnissen, die mit dem Motto YOLO ja mehr oder weniger erreicht werden sollen, etwas, was wir wesentlich brauchen, nämlich uns selbst und die Sicherheit zu uns selbst. Vielleicht sollten wir uns manchmal ein bisschen mehr selbst suchen und finden, anstatt nach Außen hin alles zu wollen, aber innerlich dafür ganz aufgewühlt zu sein. Wenn wir uns selbst spüren, können wir die Glücksmomente sicher noch einmal auf einer ganz anderen Ebene und viel nachhaltiger wahrnehmen.
      Das muss natürlich alles aus einer sehr subjektiven Perspektive betrachtet werden und scheint mir doch im Allgemeinen eine individuelle Bestimmung.
      Dennoch schön, dass du dich in meinem Gedicht auch ein stückweit wiederfindest!

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      1. Überaus reflektierte Gedanken, die Du da ausführst!

        Ja, womöglich mag YOLO u. ä. gerade Ausdruck einer Vermeidungsstrategie aus Angst vor dem eigenen Selbst sein bzw. aus dem verspürten inneren Loch – dem unbekannten Selbst – hervorgehen, um selbiges zu überdecken; letzteres, freilich, einer Grube gleich, in die man früher oder später dann doch hineinfällt. Deine Anregung, den Weg zu uns selbst zu suchen, kann ich nur bestärken! In der Antike schon prägte Chilon von Sparta das Sprichwort: Γνῶθι σεαυτόν (Erkenne dich selbst!). Eine uralte Weisheit, die vielleicht lohnt, wiederentdeckt zu werden.

        Anbei: Ist es von der Dichterin gewollt, daß sie nur über die Kommentarfunktion zu kontaktieren ist?

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  2. Da ich noch ganz neu bin, gibt es leider außer meiner E-Mail Adresse (befindet sich im Reiter „Über mich“) und der Kommentarfunktion keine andere Möglichkeit Kontakt aufzunehmen.

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